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2013: Der Einfluss des deutschen Verfassungsrechtsdenkens in der Welt: Bedeutung, Grenzen, Zukunftsperspektiven (Marburg)

Vorsitz: Prof. Dr. Uwe Kischel, LL.M., Greifswald

Referenten

  • Prof. Dr. Hiroshi Nishihara, Tokio : „Die Renaissance des deutschen rechtswissenschaftlichen Denkens im japanischen Verfassungsrecht: Analyse und Ausblick"
  • Prof. Dr. Mônia Clarissa Hennig Leal, Santa Cruz do Sul: „Die brasilianische Verfassungsgerichtsbarkeit zwischen US-amerikanischer Institutionalisierung und deutschem Rechtsdenken"
  • Prof. Dr. Antonio López Castillo, Madrid „Das deutsche Vorbild in Spanien: Kontinuität oder schwindende Bedeutung?“
  • PD Dr. Konrad Lachmayer, Wien: „Eine Sprache, zwei Rechtskulturen: deutsches und österreichisches Verfassungsrechtsdenken“
  • Prof. Dr. Claus Dieter Classen, Greifswald: „Wie deutsch ist das Europarecht?“

 

Publikation

Uwe Kischel (Hrsg.), Der Einfluss des deutschen Verfassungsrechts­denkens in der Welt: Bedeutung, Grenzen, Zukunftsperspektiven, Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2014

 

Anmerkungen

Rechtsvergleichung beschäftigt sich seit jeher nicht nur mit dem bloßen Vergleich, sondern auch mit den Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Rechtsordnungen. Das wissenschaftliche Interesse daran hat mehrere Gründe. Zum einen prägen diese Vorgänge der Rezeption und Ausstrahlung in hohem Maße die geistes- und kulturgeschichtlichen Wurzeln der beteiligten Rechtsordnungen und sind deshalb für ihr Verständnis und Selbstverständnis von großer Bedeutung. Zum zweiten werfen sie ein Schlaglicht auf die Mechanismen der Entstehung und Weiterentwicklung von Recht. Und drittens erlauben sie Rückschlüsse über die Überzeugungs- und Durchsetzungskraft rechtlicher Argumente und Konstruktionen sowie die Bedingungen der Transplantierbarkeit rechtlichen Denkens und rechtlicher Lösungen.

Vor diesem Hintergrund will die Sitzung der Fachgruppe „Öffentliches Recht“ nach den Ausstrahlungswirkungen des deutschen Verfassungsrechtsdenkens fragen. Dafür sollen fünf verschiedene Rechtsordnungen in den Blick genommen werden, an denen sich diese Prozesse exemplarisch beleuchten lassen. Drei von ihnen – Japan, Brasilien und Spanien – weisen über grundlegende rechtskulturelle Grenzen hinweg eine bedeutende Tradition der Rezeption deutschen Rechtsdenkens auf.

Demgegenüber repräsentiert das Beispiel Österreichs die Parallelen und Divergenzen zweier durch Sprache und gemeinsame historische Wurzeln relativ eng miteinander verbundenen Rechtsordnungen. Die Frage nach den Einflüssen des deutschen Rechts auf das Europarecht schließlich betrifft die spezifische Konstellation einer vertikalen Ausstrahlungswirkung zwischen Teil- und Gesamtrechtsordnung.