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2015: Religiöses Recht und religiöse Gerichte als Herausforderung des Staates – Rechtspluralismus in vergleichender Perspektive (Bayreuth)

Vorsitz: Prof. Dr. Uwe Kischel, LL.M., Greifswald

Generalberichterstatter

Prof. Dr. Stefan Korioth (München)

Landesberichterstatter

  • Prof. Dr. Dr. Ino Augsberg, Kiel: Deutschland
  • Prof. Dr. Shu-Perng Hwang, Taipei: Taiwan
  • Prof. Julian Rivers, Bristol: Großbritannien
  • Prof. Joel A. Nichols, Minneapolis: USA
  • Prof. Michael Karayanni, Jerusalem: Israel

 

Publikation

Uwe Kischel (Hrsg.), Religiöses Recht und religiöse Gerichte als Herausforderung des Staates – Rechtspluralismus in vergleichender Perspektive, Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2016

 

Anmerkungen

Moderne Verfassungsstaaten, die seit langem an eine zunehmende und scheinbar unumkehrbare Säkularisierung des Rechts und an den souveränen Zugriff des staatlichen Rechts auf alle Lebensbereiche gewohnt waren, sehen sich heute mit einer zunehmenden Pluralisierung der Rechtsquellen und der Rechtsanwendung konfrontiert. Eine dieser Tendenzen betrifft die Rolle und Anerkennung religiösen Rechts und religionsgemeinschaftlicher Gerichte. Nicht wenige der einschlägigen Fragen sind dabei auch in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit z.B. in Deutschland gerückt: von der Anerkennung der Vorgaben des katholischen Kirchenrechts in Arbeitsrechtsprozessen über die rechtliche Bedeutung mehr oder minder informell agierender islamischer Scharia-Gerichte bis hin zur Anerkennung oder Anwendung religiös geprägten, fremden Rechts vor heimischen staatlichen Gerichten. Diese und ähnliche Probleme treten in den verschiedensten Staaten auf, treffen dort aber auf jeweils unterschiedliche empirische wie rechtliche Vorbedingungen, die die gegebenen Antworten erheblich beeinflussen. Die Sitzung der Fachgruppe Öffentliches Recht wird vor diesem Hintergrund die Frage untersuchen, welche Wege die unterschiedlichen staatlichen Rechtsordnungen im Umgang mit den Phänomenen religiösen Rechts und religionsgemeinschaftlicher Gerichte einschlagen, ob beide als Gefahr für die Einheit und Allgemeinheit des Rechts gelten oder als plurale Bereicherung, als Chance gesellschaftlicher Selbstorganisation und Konfliktbewältigung.